Hintergrund
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Für diese Themen treten die FrAktion Gesundheit und ihre Kandidat*innen ein:

Hierarchische Strukturen und bestehende Abhängigkeitsverhältnisse sowie die häufig enge physische Zusammenarbeit beispielswiese in operativen oder interventionellen Arbeitsfeldern erfordern eine besondere Aufmerksamkeit gegenüber sexueller Diskriminierung und sexueller Belästigung.
Ärzt*innen sind gefordert Verantwortung zur Vermeidung sexueller Belästigung auch in anderen Gesundheitsberufen zu übernehmen. Gerade in der Grund- und Körperpflege kann es zu sexueller Belästigung der Pflegenden auch durch Patient*innen und Bewohner*innen kommen.
Die Patient*innen vertrauen sich in außergewöhnlicher Art und Weise Behandlern
und Pflegenden an. Situationen, die in anderem Kontext als Grenzverletzung wahrgenommen werden würden, sind in der Medizin teilweise notwendiger Bestandteil von Diagnostik und Therapie.

Diesem Vertrauen muss auch dadurch Rechnung getragen werden,
dass jede Form von sexualisiert diskriminierenden oder degradierenden
Verhaltensweisen streng geächtet wird!

Um die Mitarbeiter*innen im Gesundheitswesen ebenso wie die Patient*innen vor sexueller Belästigung zu schützen, muss die Ärztekammer auf die Etablierung von Dienst- und Betriebsvereinbarungen zum Umgang mit sexueller Belästigung an allen Einrichtungen des Gesundheitswesens hinwirken.
Wir Ärzt*innen werden uns dafür einsetzen, dass die Ärztekammer Fortbildungen und Coachings zum Umgang mit sexueller Belästigung sowohl auf Seiten der Führungskräfte und Vorgesetzten als auch für die Mitarbeiter*innen etabliert. Die Ärztekammer muss außerdem einen Ethikkodex zum Umgang mit Patient*innen erarbeiten, der diesem wichtigen und sensiblen Thema Rechnung trägt.



In einem System, das jährlich über 400 Milliarden Euro umsetzt, versuchen viele ihr Geschäft zu machen. Im pharmazeutisch-industriellen Komplex kämpfen Anbieter um ihre Marktanteile.
Und das auch mit unsauberen Mitteln: gut dotierte Anwendungsbeobachtungen,
gesponserte Veranstaltungen, kostenlose Fortbildungsreisen mit hohem Freizeitwert oder auch Zuweiserprämien müssen immer wieder politisch thematisiert und in krassen Fällen von der Kammer berufsrechtlich verfolgt werden.

Wir Ärzt*innen meinen: Ärzt*innen haben kein Recht auf Bestechung und Vorteilsnahme!

Zu der korrumpierenden Abhängigkeit von Industrie gesponserter
Fortbildung wollen wir Ärzt*innen öffentlich kontrollierte Alternativen
entwickeln.



Der Deutsche Ärztetag 2018 hat nach langjähriger Beratung eine neue Musterweiterbildungsordnung beschlossen. In dieser Novelle liegen gewisse
Chancen für die Weiterbildung.
Eine kompetenzbasierte Facharztweiterbildung soll dabei die bisher üblichen
Richtzahl-Kataloge ersetzen. Sie soll auf die Entwicklung einer ärztlichen
Persönlichkeit abzielen, die neben der rein fachlichen Kompetenz auch kommunikative und soziale Fähigkeiten berücksichtigt.

Nun gilt es diese Novelle in Berlin so auszugestalten, dass sich die Weiterbildung auch tatsächlich verbessert. Die Weiterbildungsordnung muss durch konkrete Weiterbildungspläne ergänzt werden. Die Weiterbildung benötigt mehr Verbindlichkeit und mehr strukturiertes Feedback. Die Weiterbildungsbefugten müssen auf ihre Aufgaben vorbereitet und durch ein Mentoren-System unterstützt werden.

Die Ärztekammer muss als Voraussetzung für die Erteilung einer Weiterbildungsbefugnis "train-the-trainer"-Seminare für alle etablieren und auch niederschwelliger Ansprechpartner für Ärzt*innen in Weiterbildung sein.
Wir Ärzt*innen treten für einen Kulturwandel ein, der der Weiterbildung
wieder die Rolle im ärztlichen Handeln einräumt, derer sie bedarf.
Die ärztliche Weiterbildung ist sowohl im ambulanten wie auch im stationären Bereich nahezu nicht finanziert. Durch den Rationalisierungsdruck in den Kliniken sind die Räume für eine gute Weiterbildung massiv eingeengt. Statt Ärzt*innen in Weiterbildung zu sein, erfolgt eine 100% Beschäftigung als Assistenzärzt*innen.
Wir Ärzt*innen fordern: wer auch in der Zukunft eine gute Patientenversorgung möchte, muss die ärztliche Weiterbildung ausreichend finanzieren!

Alle Menschen haben das gleiche Recht auf gesundheitliche Fürsorge. Der Mensch und sein Bedürfnis nach Gesundheit sind der Ausgangspunkt unserer Arbeit.
In den letzten Jahren wurde ein Gesundheitsmarkt geschaffen, der für  private Investoren und einen marktwirtschaftlichen Wettbewerb geöffnet ist. Dessen Verwertungslogik widerspricht jedoch der ärztlichen Ethik fürsorglichen Handelns.
Oft genug wird mit einer unwirksamen oder gefährlichen Therapie mehr verdient, als mit der wirksamen und nützlichen. Um den offensichtlichsten Fehlanreizen entgegenzutreten, werden externe Qualitätskriterien bürokratisch auferlegt. Die ärztliche Haltung wird zerrieben zwischen Controlling, MDK, Rechtfertigungsdokumentation und der Notwendigkeit, die eigene Existenz zu sichern.
Wir wollen aber keine Kaufleute oder Bürokraten sein müssen, um Ärzt*innen sein zu können und zu dürfen! Wir setzen uns für eine kosteneffiziente und wissenschaftsbasierte Medizin ein, die den Menschen zum Maß hat und Fehlsteuerungen der Kommerzialisierung vermeidet.
Menschliche Medizin muss gegen rücksichtslose Profitinteressen durchgesetzt und verteidigt werden! Wir sind gegen die Privatisierung von Risiken und für ein Solidarsystem, das unser Gesundheitswesen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begreift und bewahrt.


Wir Ärzt*innen müssen die Digitalisierung in der Medizin gestalten. Wir müssen sie steuern und dürfen nicht von ihr gesteuert werden. Digitalisierung kann Kommunikation und Dokumentation sektorenübergreifend beschleunigen und die Medizin barrierefreier machen. Telemedizin kann die Arbeitswelt der Gesundheitsberufe unterstützen und Patient*innen den Zugang zu Expertenwissen erleichtern. 

Die Arzt-Patienten-Beziehung braucht auch in Zukunft Vertrauen, Vertraulichkeit und Sicherheit. Dem muss sich auch die Digitalisierung unterordnen. Informationstechnologie kann bestehende Versorgungsstrukturen ergänzen, nicht jedoch ersetzen. Neben individuellen Patientendaten müssen auch kollektive Gesundheitsdaten (“Big Data“) geschützt werden. Durch den übergreifenden Zugang zu gespeicherten Gesundheitsdaten entsteht eine Datenflut, die vom einzelnen Behandler geordnet und überprüft werden muss. Zum Umgang in der digitalen Welt werden zuverlässige Authentifizierungen für Ärzt*innen und Patient*innen benötigt.

Die bisherige digitale Gesundheitswelt aus Internetangeboten, Gesundheits-Apps und Smart-Devices, die Vitalparameter und Nutzerverhalten messen und übertragen, ist unkontrolliert und kommerziellen Interessen unterworfen.

Wir Ärzt*innen werden eine aktive Begleitung der Digitalisierung durch die Ärztekammer organisieren, um Datenschutz, Qualität und Patientensicherheit sicher zu stellen. Die Ärztekammer muss einen Ausschuss „Digitalisierung und Telemedizin“ einrichten und mit der Politik in den Dialog treten, um Ärzt*innen eine aktive Rolle in der Ausgestaltung der Digitalisierung zu sichern.


Wir Ärzt*innen engagieren uns mit ganzem Herzen für die Gesundheit unserer Patient*innen. Wir wollen uns aber nicht zwischen den Bedürfnissen unserer Familien und unserer Patient*innen entscheiden müssen. Wir wollen ohne schlechtes Gewissen unseren Arbeitsplatz verlassen und ohne schlechtes Gewissen zur Arbeit gehen.

Wir fordern an Mutterschutz, Eltern-, Pflege- und Teilzeit angepasste Personalstärken, moderne und flexible Arbeitszeitmodelle sowie gute und verlässliche Kinderbetreuung.

Die Routinearbeit in den Krankenhäusern darf nicht regelhaft bis in die Dienstzeiten geplant werden. Dann kann auch strukturierte Weiterbildung stattfinden und Kolleg*innen in Voll- und Teilzeit können sich gleichermaßen einbringen.

Wir Ärzt*innen gehen offen und solidarisch mit diesen Herausforderungen um!

Wir werden in der Ärztekammer für unsere Probleme eintreten und sowohl für ambulante wie stationäre Arbeitsfelder familien- und arbeitnehmerfreundliche Modelle entwickeln und öffentlich vertreten!

WICHTIG!

 

Treffen der FrAktion Gesundheit

 

Mittwoch 7. November 2018  19.45 Uhr, ANDERER ORT ! Restaurant Paracas, Friedrichstr. 12, 10696 Berlin

Wahlabend:
Freitag
30. November 2018  ab 19-22 Uhr, Restaurant Dehli 6

 

Ort:

Restaurant Dehli 6
Friedrichstr. 237
10696 Berlin
(gegenüberder Ärtzekammer)

 

Wer aktuelle Informationen der FrAktion Gesundheit wünscht oder mitmachen möchte, kurze Info an:
info@fraktiongesundheit.de

 

___________________

Spendenkonto:

FrAktion Gesundheit

Berliner Volksbank

Konto-Nr. 5273894006

BLZ 100 900 00

IBAN: DE92 1009 0000 5273 8940 06

BIC: BEV0DEBB 

 

 

Mach mit  bei der FrAktion Gesundheit!

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