Hintergrund

Ärztliche Verantwortung und Menschenrechte

 

Die am 10.12.1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen angenommene Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist Maßstab für viele Verfassungen alter und neuer Demokratien, aber auch von Resolutionen und Gelöbnissen ärztlicher Berufsvereinigungen. Von der Verwirklichung der darin enthaltenen Ideale sind wir auch nach über 60 Jahren noch weit entfernt. 

Wir Ärztinnen und Ärzte haben auf Grund unserer humanitären Grundeinstellung die Aufgabe, die Menschenrechte in unserer täglichen Arbeit zu achten und deren Nichteinhaltung zu benennen und öffentlich zu machen. Insbesondere treten wir ein für:

 

Artikel 1: 
Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.

Das bedeutet die qualitativ gleiche gesundheitliche Betreuung aller Patientinnen und Patienten, ob arm oder reich, behindert oder nicht behindert, ob alt oder jung, Ausländer, Flüchtlinge oder Deutsche. Der Zugang zur medizinischen Versorgung muss unabhängig von Aufenthalts- und Versicherungsstatus sein.  Dieses Recht durchzusetzen wird umso wichtiger, je größer die Schere zwischen arm und reich ist und je mehr Menschen durch das soziale Netz fallen. Ungenügende und unwürdige Behandlungen erfahren besonders alte Menschen, Behinderte, Arme, Flüchtlinge und Migranten. 

 

Artikel 23, Abs. 1: 
Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsverhältnisse sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.

In den letzten 15 Jahren haben die psychischen Erkrankungen in Deutschland deutlich zugenommen. Beispielsweise waren 2012 41,5 Prozent der Frühverrentungen durch seelische Erkrankungen verursacht. Die Ursachen für Frühverrentungen sind häufig in den bestehenden oder aber fehlenden Arbeitsverhältnissen zu finden: Kurz- oder Langzeitarbeitslosigkeit oder die Angst, arbeitslos zu werden, geringer Lohn, Leiharbeit und Minijobs spielen hier eine Rolle, aber auch die Änderung unserer Arbeitswelt durch Arbeitsverdichtung, Konkurrenzdruck, Mobbing, mangelnde Wertschätzung, geringe Entscheidungsspielräume oder fehlende Ruhephasen. Gerechte und menschliche Arbeitsverhältnisse sind daher unabdingbar für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger.


Artikel 25, Absatz 1: 
Jeder hat das Recht auf einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet, einschließlich Nahrung, Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen, sowie das Recht auf Sicherheit im Falle von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Invalidität oder Verwitwung, im Alter sowie bei anderweitigem Verlust seiner Unterhaltsmittel durch unverschuldete Umstände.

Die angesprochene Sicherheit im Falle von Krankheit gewährleistet selbst eines der reichsten Länder der Welt nicht: Nichtversicherte deutsche Patientinnen und Patienten, Bürgerinnen und Bürger aus den EU-Staaten ohne ausreichenden Versicherungsschutz oder Flüchtlinge mit oder ohne Aufenthaltsstatus haben derzeit nur das Recht auf eine Behandlung bei Notfällen bzw. bei akuten Erkrankungen und Schmerzzuständen. Selbst diese minimale Gesundheitsversorgung wird von Patientinnen und Patienten aus Angst vor aufenthaltsrechtlichen Konsequenzen oft nicht in Anspruch genommen. Auf die Behandlung nicht lebensbedrohlicher Erkrankungen besteht kein Rechtsanspruch, was zu großen gesundheitlichen Problemen führen kann. Dieser Zustand ist für uns Ärztinnen und Ärzte nicht akzeptabel.

 

Die Zunahme von Armut in Deutschland hat nicht nur soziale, sondern auch erkennbare gesundheitliche Folgen. Arme Menschen in Deutschland sterben früher, bei Männern beträgt die Differenz zu Gutverdienern fast 11 Jahre, bei Frauen ca. 8 Jahre.

Der von uns 1995 initiierte und seither kontinuierlich fortgesetzte Kongress „Armut und Gesundheit“ weist auf diese Missstände hin und fördert bis heute deren öffentlichen Diskurs.

 

WICHTIG!

 

Treffen der FrAktion Gesundheit

 

Mittwoch, 10. Januar 2018 19.45 Uhr
(Achtung: Findet wieder statt in einem anderen Lokal gegenüber vom Paracas im
Restaurant Dehli 6, Friedrichstr. 237, 10696 Berlin)

Ort:

Restaurant Paracas
Friedrichstraße 12
10969 Berlin

 

Wer aktuelle Informationen der FrAktion Gesundheit wünscht oder mitmachen möchte, kurze Info an:
info@fraktiongesundheit.de

 

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Spendenkonto:

FrAktion Gesundheit

Berliner Volksbank

Konto-Nr. 5273894006

BLZ 100 900 00

IBAN: DE92 1009 0000 5273 8940 06

BIC: BEV0DEBB 

 

 

Mach mit  bei der FrAktion Gesundheit!

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